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Der Hambacher Forst – oder was davon noch übrig ist und vielleicht gerettet werden kann?

Es war im April 2014. Da war ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin Eva Töller zum ersten mal im Hambacher Wald unterwegs. Wie viele Andere hatten wir immer nur von diesem Wald gehört, der seit fast vierzig Jahren verschwindet, dem Braunkohletagebau Hambach zum Opfer fällt. Nur 35 Kilometer von Aachen entfernt. Und genau wie viele unserer Freunde und Bekannten hatten wir diese Umweltkatastrophe bis dahin noch nicht gesehen! Wir waren geschockt, wir waren fasziniert, wir waren verzweifelt…   und was liegt näher in meinem Beruf, als Führungen anzubieten. Das geschieht seitdem regelmässig, einmal im Monat, im Juni 2017 findet der 39. dieser Waldspaziergänge statt. Der Wald wird immer kleiner, die Führungen immer größer. Aktuell haben insgesamt mehr als 13000 kleine und große Menschen teilgenommen.

Es gibt regelmässig Flyer mit den aktuellen Terminen, der Einladungstext lautet so:

Monatliche Führung der ganz anderen Art mit Michael Zobel (Naturführer) und Eva Töller. In einem einzigartigen alten Laubwald. Doch unaufhaltsam nähert sich die Abbaukante, der Braunkohle-Tagebau Hambach. Und die Bagger stehen bereit, auch noch den Rest des ehemals mehr als 5.500ha großen Waldes mit seinen hunderte Jahre alten Hainbuchen und Stieleichen abzubaggern und ein mehr als 450 Meter tiefes Loch zu hinterlassen. Wirklich unaufhaltsam? Noch ist der Rest des Waldes da und mit ihm erstaunlich viele sehr aktive Menschen, die mit phantasievollen Aktionen versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Seit Ende April 2014 läuft nun schon die vierte Waldbesetzung, junge Menschen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern in Baumhäusern bis zu knapp 25 Metern hoch in den Buchen und Eichen. Lernen Sie den Hambacher Forst kennen – die Bäume, die Tiere, die Aktiven, die Besetzungen … eine Meinung kann sich dann jede/r selbst bilden …

Die nächsten Termine sind 10. Juni, 15. Juli, 19. August, 16. September, 7. Oktober, 11. November, 9. Dezember

 

Seit mehr als vier Jahren biete ich als Naturführer und Waldpädagoge Führungen im verbliebenen Teil des einstmals größten Waldes des Rheinlands an. Neunzig Prozent sind unwiderbringlich vernichtet, aber auch der immer kleiner werdende Wald ist immer noch schützenswert und muss gerettet werden. Mehr als 13000 (!) Menschen haben bisher an den Führungen teilgenommen, einmal im Monat sonntags oder bei einer der vielen individuell geführten Spaziergänge. Eine stetig wachsende Zahl von Lehrerkollegien, Kirchengruppen, Schulklassen, Betrieben ist mit mir im Hambacher Wald unterwegs. All diese Menschen wollen sich ein eigenes Bild machen, vom Wald, seinen Besonderheiten, von den Waldbesetzungen, den Rodungen, der fortschreitenden Zerstörung großer Naturbereiche. Und all diese Menschen machen sich auf den Weg, stellen Fragen, diskutiern kontrovers, glauben nicht mehr nur den immer gleichen Verlautbarungen der RWE-Pressestelle, den Aussagen bestimmter Politiker oder den Pressemitteilungen der zuständigen Polizei.

Guten Tag zusammen,

die Rodungssaison 2017/2018 im Hambacher Wald ist überstanden. Nach zwei schlimmen Tagen im November hat das Oberverwaltungsgericht in Münster einen sofortigen Rodungsstopp angeordnet. Eine Sensation! Zum ersten Mal seit vierzig Jahren sind im Hambacher Wald in der Rodungssaison keine Bäume gefallen. Und das soll so bleiben.

Deshalb machen wir auch 2018 weiter mit den Sonntagsspaziergängen. Mehr als 13000 Menschen haben in den vergangenen 50 Monaten an den monatlichen Waldspaziergängen und an fast 130 individuellen Führungen teilgenommen, ein unfassbarer Erfolg!

Rodungsstopp bis Oktober 2018! Noch nie waren wir dem Ziel so nah, den kleinen Rest des einstmals so stolzen Waldes retten zu können. Dazu haben viele Menschen beigetragen, die Führungen sind ein kleiner Baustein auf dem Weg zum großen Ziel.

Die nächsten Sonntagsspaziergänge

Sonntag, 10. Juni, Wald statt Kohle – 50 Monate Waldspaziergang…

Wir treffen uns um 11.30 Uhr  und werden wenig später starten. Gut drei Stunden sind einzuplanen, der Weg ist nicht lang, aber es gibt viel zu sehen, zu besprechen, mindestens eine längere Pause.

Treffpunkt: RWE hat immer noch die komplette L276 zum Betriebsgelände erklärt, deshalb können wir im Moment nicht am ehemaligen Ausgangspunkt starten.

Der Treffpunkt hat sich tatsächlich geändert!!!!!!

Neuer Treffpunkt und neue Route

Wir treffen uns wie gehabt um 11.30 Uhr. Diesmal in Manheim. Am Marktplatz. An der Kirche. Parkmöglichkeiten reichlich vorhanden. Es wird Einweiser geben. Lageplan anbei, GPS zum Marktplatz in Manheim laut google maps:

50.881889 /6.600904

Von Manheim geht es an den Abbrucharbeiten vorbei, zur alten A4-Trasse und zur BUND-Wiese. Dort Pause und Picknick. Diesmal gehen wir in den kleinen Teil des Hambacher Waldes, der noch nördlich der ehemaligen A4 übrig geblieben ist und der zusammen mit dem besetzten Wald hoffentlich als FFH-Gebiet gerettet werden kann.

Und dann noch dies: Wir brauchen Helfer für Sonntag. Menschen, die an zwei oder drei neuralgischen Punkten stehen und FahrerInnen einweisen bzw. umleiten, am Kieswerk, an der Abzweigung nach Manheim…   und der Weg vom S-Bahnhof ist weit, wir brauchen mehrere Freiwillige mit möglichst großen Autos, die zwischen 11 und 12 Uhr „Shuttle-Dienste“ anbieten können…    Danke für Eure Unterstützung!!!

Anmeldung und weitere Infos bei mir unter 0171-8508321 oder per Mail info@zobel-natur.de

weitere Termine: 5. Juli, 19. August, 16. September, 7. Oktober, 11. November, 9. Dezember

Zusätzlich im September an jedem Sonntag

Ab Oktober, mit Beginn der Rodungssaison, viele weitere Führungen in Planung

25. bis 29. Oktober, Ende Gelände am Hambacher Forst, www.ende-gelaende.org/de

Zum S-Bahnhof Buir können wir bei Bedarf ein „Shuttle“ schicken, zu Fuß sind es etwa 20 Minuten zum Treffpunkt.

Wir brauchen wieder ein paar Menschen, die eher vor Ort sind und beim Regeln des Verkehrs helfen, bitte per Mail oder unter 0171-8508321 melden, danke…

Anmeldung und weitere Infos bei mir unter 0171-8508321 oder per Mail info@zobel-natur.de

 

Wir freuen uns auf Euch, auf eine große Führung in einem immer noch wunderbaren Wald,

bis zum 10. Juni,

mit optimistischen Grüßen,

Eva Töller und Michael Zobel